Gambit, Patt und Schäfermatt

Am erstaunlichsten ist die Ruhe: beim größten Schachevent der Stadt geht es mucksmäuschenstill zu. Während der Partien ist nur das Klicken der Uhren, das allzu kräftige Schlagen der Figuren oder mal ein lautes "Matt!" zu vernehmen. Dabei tummeln sich bei den Bremer Schulschachmeisterschaften stets rund 350 Kinder an den Brettern. Allein in der Kategorie der Grundschulen spielten am vergangenen Mittwoch 42 Teams um Plätze und Pokale. Elf reine Mädchenmannschaften waren ebenso am Start wie Teams, die nur aus Erst- und Zweitklässlern bestanden. Und schließlich trat auch die Sekundarstufe I mit etlichen Viererteams in verschiedenen Altersstufen gegeneinander an. Immerhin ging es auch um die Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften, die im Mai in Friedrichroda, Bad Homburg und Berlin stattfinden werden.

 

Die bestens besuchte Veranstaltung stand unter der Schirmherrschaft Marco Bodes. Die Werderikone ist ein großer Schachfan und dank seines Engagements fanden diese Landesmeisterschaften an einem ganz besonderen Ort statt: im VIP-Bereich des Weserstadions. Jago Mattiszk von der Bremer Schachjugend, die das Event mit organisierte, war davon besonders angetan. "Das ist eine tolle Atmosphäre im Weserstadion. Ein rundum gelungenes Turnier. Schach mit Blick auf den heiligen Rasen!" Auch die Kleinstrategen freuten sich über den spannenden Ort. "Fußball spiele ich auch. Aber Schach macht mir noch mehr Spaß", sagte Luca, nachdem er seinen Gegner ohne viel Federlesens Matt gesetzt hat. Erstaunlich ist die Selbstverständlichkeit, mit denen die Kinder zwischen den 7 Runden über ihre 20 Minuten-Partien fachsimpelten. Da ist von Gambits die Rede und Figurenentwicklung, von Doppelschach und Opposition. Auch das französische "J'adoube" fürs Zurechtrücken der Figuren beherrschen hier die allermeisten.

Marco Bode hielt übrigens nicht nur die Eröffnungsrede, sondern verkürzte auch die Zeit bis zur Siegerehrung mit spontanen Quizfragen. Apropos Sieger: Gewinner bei den Grundschulen war wieder einmal die Karl Marx-Schule. Die Schule aus Bremerhaven leistet vorbildliche Arbeit beim Schulschach; sie war mit sechs Mannschaften am Start, von denen sage und schreibe gleich fünf unter den ersten 11 waren! Nicht von ungefähr wurde sie 2016 als Deutsche Schachschule ausgezeichnet. Weitere Sieger in den verschiedenen Wettkampfgruppen kamen aus den Schulen Hamburger Straße, Vegesack, ISB und Barkhof. Luca will auch im nächsten Jahr wieder dabei sein. Aber bis dahin müsse er noch weiter trainieren: "Denn aufs Schäfermatt fällt hier nämlich niemand mehr herein."

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